von: 
am: 07.05.2012
in: Cool Stuff

“Hallo! Ich bin Österreicher” oder “re:publica 2012 – wir waren dabei”

republica

Der Mythos re:publica geistert ja heuer zum 6. Mal in unseren Köpfen herum, da wurde es Zeit, dass wir uns mal die Kante Ehre in Berlin geben. Kollege Nissler hat mir sein Vertrauen geschenkt und mich die Flüge buchen lassen. Somit waren wir Mittoch um 04.30 am Flughafen. Schließlich fand um 10 Uhr die Eröffnung in Berlin statt und organisiert und pünktlich wie ich bin, muss ich da, natürlich in der ersten Reihe sitzend, dabei sein. Also Abflug 06:30 Uhr in Wien. Die Frisur hält.

Habe ich schon erwähnt, dass ich Dienstag Abend bemerkt habe, dass mein Reisepass bei meinem Führerschein und meiner Jahreskarte liegt? Ich habe jetzt einen Notpass und warte auf ein Angebot von N24 für eine Dokureihe: “Der Mann und das Nichts – wie kann man so viel verlieren”

Ich komme zum Punkt: re:publica 2012 – Hat den Charme eines Klassentreffens, der Frauenanteil ist überraschend hoch und die Location, das Gleisdreieck in Berlin, richtig gut gewählt. Was es nicht gibt: Internet. Funktioniert einfach nicht und die Veranstalter schaffen es auch 3 Tage nicht dafür zu sorgen, dass es funktioniert. Für einen Österreicher im Ausland recht blöd, denn Datenroaming ist immer noch so teuer, dass es günstiger wäre einen Studenten in Österreich dafür zu bezahlen 3 Tage rund um die Uhr am Telefon zu warten, dass ich anrufe und ihm sage was ich im Internet machen will und er es dann macht. Hmm.. eigentlich eine gute Geschäftsidee..

Zum Wichtigsten: Die Vorträge. Die waren zahlreich. Da musste man sich erstmal entscheiden und bei den meisten sogar rechtzeitig, denn die Guten waren auch gut besucht und 1 Stunde ruhig stehen ist nicht gerade meine Paradedisziplin. Ein kleiner Auszug an Vorträgen die ich gesehen habe und meine Gedanken dazu:

Why Freedom of Thought Requires Free Media and Why Free Media Require Free Technology

Es ging um Datenschutz und wie große Medienkonzerne unsere Daten speichern und nutzen und wieso das auch Hardware-Hersteller machen und wieso das böse ist und so weiter. Nach etwa 15 Minuten hatte ich verstanden worum es dem Vortragenden geht, trotzdem hat er es dann irgendwie ständig wiederholt. Das Gefühl hatte ich zumindest.

About me – die digitale Fassade

digitale Identität. Ein recht umfangreiches Thema, dass auch in einem Vortrag nicht komplett umrissen werden kann. Die Vortragende Kixka Nebraska, hat es aber geschafft die wichtigsten Punkte anzusprechen und vor allem für Social Media Einsteiger ein schönes Bild der Möglichkeiten zu schaffen.

From Slacktivism to real commitment

Hui! Ein Vortrag vom WWF! Ich war sofort dabei und mein Herz raste. Wer wird wohl kommen? Hulk Hogan? Der Undertaker? Kurz nach Beginn war ich ein wenig enttäuscht. Es war die Rede von der Umweltschutzorganisation. Und die haben von einem Projekt zum Schutz den Regenwalds gesprochen und was sie besser hätten machen sollen. Und warum es nicht funktioniert hat und doch irgendwie. Verwirrend.

Start-Up Lightning talks

3 junge Start-Ups zeigen was sie machen. Eines habe ich mir angehört, dann wurde es zu uninteressant. EyeQuest ist ein Location Based Service, der es mir ermöglicht Livebilder von einem Ort anzufordern. Ich sitze also gerade zu Hause und überlege mir in einen Club zu fahren. Vorher will ich aber wissen was da los ist, also trage ich einen Request in der App ein, von der Location die ich sehen will. Alle User die in der Gegend sind, bekommen die Anfrage und können mir dann ein Foto/Video schicken. Öhm ja.

Social TV – Trends and Visions

Der Vortrag war so langweilig, dass ich nach 10 Minuten wieder gegangen bin.

Uebermorgen.TV – neues aus der Zukunft

Sixtus hat 3 Menschen eingeladen um über die Zukunft von “Personenbewertungen” zu sprechen, also ob sowas wie der Kloutscore in Zukunft für den Job etc. wichtig sein könnte. Die 4 auf der Bühne haben wohl damit gerechnet, dass das Publikum sich einbringt und sie so zu Diskussionsansätzen kommen. Ist nicht passiert. Langweilig. Nach 15 Minuten drehte sich das Gespräch auf der Bühne im Kreis.

Webvideopreis FAIL-Award

Hach war das toll! Ein großartiger Moderator zeigt 7 Webvideos und das Publikum darf mittels “Buuuuh”-Rufen abstimmen wer davon die silberne Sellerie bekommt. And the Winner is: BMW

Royal Revue III – Das große Finale

Achja, der Abschied. Nilz Bokelberg und Markus Hermann lassen zum letzten Mal die Puppen tanzen. Sie konzentrieren sich in Zukunft auf neue Wege, zum Beispiel ihr neues soziales Netzwerk “Facepunch”. Es war richtig traurig, vor allem das Abschiedsvideo zeigt, dass die Welt trauert:

Blogvermarktung

Ein Reizthema, dass mich Freitags noch an meine emotionalen Grenzen gebracht hat. Ein Moderator, ein “Blogger” (der allen erzählt hat wie reich er nicht ist durchs bloggen und dass die meisten das eh nie schaffen) und 2 Marketing-Menschen erzählen das Selbe wie vor 5 Jahren und haben keine Antworten auf Fragen sondern schwafeln nur ihre auswendig gelernten Marketingphrasen runter. Bäh.

Alle Vorträge sollte es irgendwann auch zum anschauen im re:publica-Archiv geben.

Ganz zum Schluss gibt es noch einen Tag auf der re:publica aus meiner Sicht. “Being Richard Haderer” quasi:

Alles in allem war es eine super Zeit in Berlin, auch dank der anderen Österreicher (Uschi, Kathrin, Alina aka Anna, Nina, Claudia, Fabian, Richard P., Martin & Co)

Danke Berlin und auf Bald!

5 Responses to ““Hallo! Ich bin Österreicher” oder “re:publica 2012 – wir waren dabei””

  1. … zu schade, dass deine grenzerfahrung bei “Blogvermarktung” nicht auch im video-archiv zu finden ist ;) *thumbs up*

  2. Richard! wie konntest du mich vergessen? Das Video ist superlustig.

Trackbacks/Pingbacks

  1. Blogverarsche aka vermarktung | Haderer Richard - hdrr.at - 07.05.2012

    […] mich darüber nicht mehr ärgern. Tja, so kann man sich täuschen. Vorige Woche war ich ja auf der re:publica und da gab es, neben sehr vielen guten Vorträgen, auch einen zum Thema […]

  2. Aufruf zur Blogparade der Online-Tools - 31.05.2012

    […] erleichtern, finde ich spannend“, meint Luca als ich ihn bei der Netzkonferenz re:publica in Berlin treffe. Wir stehen eine Weile zusammen und tauschen uns über Webservices aus, die wir […]

Hinterlasse einen Fingerabdruck für die Ewigkeit:
Ein Kommentar bei LimeSoda!