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Ausgezeichnet – So entsteht ein 2D-Character

Vorweg: Einen wirklich schönen Menschen mittels Illustration zu karikieren, gehört wohl zu denjenigen Aufgaben, die einen Zeichner an die Grenzen seiner Belastbarkeit bringen.

Ein beeindruckendes Beispiel für die Unwiderstehlichkeit des Äußeren sehen wir hier. Augenblicklich wird klar: Da hat Gott den Pinsel an einem Sonnentag in die Hand genommen

 

LimeSoda Social Media Chef Bernd Pfeiffer

Und so ist es manchmal  schlichtweg unmöglich,  schöne Menschen lustig zu zeichnen. Man will sich ja nicht Ketzerei schuldig machen. Ist dieser aberwitzige Gedanke jedoch überwunden, findet man auch bei perfekten Personen den einen oder anderen Makel. Wie beispielsweise die Eitelkeit. Darauf basierend lässt sich schon was machen. Es empfiehlt sich also, sich in erster Linie auf die charakterlichen Merkmale zu konzentrieren. Und zunächst auch auf bspw. die Nase. Denn diese gehört zu denjenigen Körperteilen, bei welchen Mutter Natur nur in den seltensten Fällen ein Bravourstück gelingt.

Schauen wir sie uns also einmal an, diese Nase:

nasen

Wie wir sehen können, ist die Nase das Tor zur äußerlichen Wahrheit. Da kommt fast niemand drumherum. Sollte nun Ihre die Lust am Zeichnen soeben lebendig geworden sein: Beginnen Sie auf jeden Fall mit der Nase!

Die nächste Überlegung, so widersprüchlich sie jetzt auch erscheinen möge, ist: Heben Sie die merkwürdigsten Merkmale des Gesichts, des Characters hervor, reduzieren Sie aber gleichzeitig (und auch hier gilt der Grundsatz: tun sie das bei schönen Menschen vorsichtig, den die sind ja ganz schön eitel).

Also widmen wir uns anhand des oben gezeigten Beispiels dem Gesicht.

bernd-scribble-gesicht

Wenn Sie damit einmal fertig sind, und die so karikierte Person mit Ihrem bisherigen Ergebnis konfrontieren, so ist möglicherweise mit einer spannenden Reaktion zu rechnen. Es gefällt dem Zielobjekt nicht, es sucht reflexartig nach realistischen Parametern: „Na so sehe ich aber nicht aus, so eine Nase hab ich nicht,…!“

Wenn Sie diese objektive Kritik aushalten können, gehen Sie weiter zum Körper.

Auch hier ist es empfehlenswert, auf die  Einbildungskraft des zu Karikierenden zu achten. Ist diese Person besonders groß (und stolz darauf), dann zeichnen Sie ihn hager und vor allem: Pfeifen auf die Proportionen. Denn Sie als Zeichner wissen ja: Größe bedeutet nicht automatisch Würde. Ihr Hauptdarsteller hat diesen Wissensvorsprung möglicherweise noch nicht.

bernd-scribble-körper

Ab diesem Moment stehen Sie vor einer wichtigen Entscheidung: Was mache ich mit dem Resultat? Soll es animiert werden oder dient es als statischer Blickfang einer Website? Soll die Illustration mehr können, als nur still und schön in den Gestaltungsraster integriert zu werden, bauen Sie in modular auf. Und auch hier gilt: Je einfacher die einzelnen Elemente gestaltet worden sind, umso mehr können Sie damit machen, umso schneller können Sie damit arbeiten. Ein umso spannenderes Leben können Sie der Figur einhauchen.

richard-modular   richard-spricht

Zu viele Details können nämlich bedeuten, dass eben nur eine Ansicht, eben diese Ansicht, „gut aussieht“. Jede Veränderung könnte den Zauber zerstören. Das gilt freilich nicht für die 3D-Animation, aber hier stehen andere Mittel, ein anderes Budget und völlig andere Entwicklungszeiträume zur Verfügung.

Aber genau das ist das Reizvolle an zweidimensionalen Charactern: Sie müssen hier nicht unbedingt perfekt gestalten, ausgeklügelte Texturen verwenden, die Bewegung der Haare naturgetreu abbilden. Aber welches Leben Sie dieser Figur einhauchen, spielt für die Akzeptanz eine große Rolle.

Was haben wir also bis jetzt gelernt? Eine Illustration, kann (was freilich nicht überraschend ist) die Welt nicht verändern, oder gar für einen durchschlagenden Geschäftserfolg sorgen. Sie folgt nicht zwingend Designrichtlinien, Proportionsmaximen oder geometrischen Standards. Wozu dann also überhaupt verwenden?

Vielleicht hilft sie uns einfach nur, in durchwegs nach funktionalen Kriterien gestalteten Medienwelt, sinnlos und völlig unbegründet  Heiterkeit zu erfahren. Ohne sich fragen zu müssen: Warum gefällt mir das, was bringt es mir? Möglicherweise hat das Friedrich Schiller ganz treffend formuliert: Ernst ist das Leben, heiter sei die Kunst!

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