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B2B-Shop-Software OroCommerce in Beta 1 erschienen

Gestern wurde auf der Konferenz Oro Momentum 2016 die erste Beta einer neuen Open-Source-Shop-Software, OroCommerce vorgestellt. Warum wir das für so interessant halten, dass ich mich seit Tag 1 damit beschäftige? Da gibt es gleich mehrere Gründe.

Was macht OroCommerce für B2B-Händler interessant?

Konzentration auf Anforderungen des B2B-Handels

Existierende Shop-Systeme wie Magento wurden ursprünglich für den B2C-Handel konzipiert. Magento ist sehr flexibel und wir haben bereits erfolgreich umfangreiche B2B-Lösungen für unsere Kunden umgesetzt. Dennoch ist klar, dass ein System welches gezielt für diese Aufgabe konzipiert hat andere Annahmen und Maßnahmen treffen kannen und dadurch Potential hat, eine effiziente Lösung zu sein. OroCommerce ist die erste Shop-Software, welche sich so explizit auf den B2B-bereich fokussiert.

In der ersten Beta von OroCommerce sind folgende Features bereits enthalten, welche im B2B-Handel häufig benötigt werden:

  • Sub-Accounts
    Im Gegensatz zum B2C-Handel muss man in B2B häufig zwischen „Kunden“ und „Nutzern“ unterscheiden. Während im B2C-Bereich häufig gilt, dass ein Shop-Account einen Kunden darstellt und es nur einen Nutzer dafür gibt, ist der Kunde eines B2B-Händlers in der Regel ein Unternehmen, für welches ein oder mehrere Mitarbeiter aus unterschiedlichen Abteilungen als Nutzer einkaufen. OroCommerce unterstützt dies, indem Unternehmenseinheiten beliebig angelegt und verschachtelt können. Administrative Nutzer können die Rechte und Accounts ihrer Subnutzer verwalten und so selbstständig Workflows abbilden.
  • Preislisten
    Im B2C-Geschäft werden zwar zunehmend Preise individualisiert, jedoch handelt es sich dabei vor allem um die Anpassung der Preise für das jeweilige Nutzerverhalten.
    Bei B2B hingegen wird oft mit einer Vielzahl von Preislisten gearbeitet die für Komplett- oder Teil-Sortimente, bestimmte Zeiträume und alle Kunden, Kundengruppen oder einzelne Kunden gelten, Hierarchien und Priorisierungen sowie teils eigene Business-Logik beinhalten. OroCommerce verspricht all diese Szenarien zu berücksichtigen.
  • Katalog-Management und personalisierte Kataloge
    Ähnlich wie bei Preislisten gilt für B2C, dass es zwar Sortiments-Beschränkungen für Kunden geben kann (z.B. aufgrund von Kundengruppen oder der Liefer-/Rechnungs-Länder), doch in der Regel haben fast alle Kunden dasselbe Sortiment zu Verfügung.
    Im B2B-Bereich ist die Lage anders: hier ist es häufig vonnöten, das Sortiment für diverse Kundengruppen oder gar einzelne Kunden zu beschränken. Auch das will OroCommerce bieten. Zugleich soll den Mitarbeitern des Händlers ermöglicht werden, die Informationsflut im Backend sinnvoll einzudämmen und nur die Daten einzublenden, die für die Administration nötig sind.
  • Workflows für Angebote, Bestellungen und Aufträge
    Klassische B2C-Shops unterscheiden zwischen dem Warenkorb, daraus resultierten Bestellungen und damit verbundenen Rechnungen. Details der Bestellungen sind bis auf z.B. Adressen zumeinst nicht mehr änderbar.
    Mit OroCommerce wird es möglich, Angebote für Kunden zu erstellen bzw. die Nutzer Angebote anfordern zu lassen. Hier können Preise, Versandkostenschätzungen und zusätzliche Angebot inkludiert werden, die im eigentlichen Katalog nicht vorhanden sind. Wird eine Bestellung aufgegeben, kann diese in vielfältiger Weise angepasst werden, zum Beispiel in Hinsicht auf die Produkt-Preise und Versandkosten, Zahlungsbedingungen und Rabatte. Im Gegensatz zu klassischen Shop-Systemen wird es möglich, die Bestellung zu bearbeiten und daraus den finalen Auftrag zu generieren.
  • Frontend im B2C-Look
    Der Online-Handel ist schon lange im B2C-Bereich angekommen, doch das B2B-Geschäft lag bis vor kurzem im Dornröschen-Schlaf. Erst in den letzten Jahren begann dieser große Markt Fahrt aufzunehmen. Das resultiert darin, dass B2C-Tools bereits sehr ansprechende Oberflächen aufweisen, B2B-Tools aber häufig antiquiert wirken.
    OroCommerce will hier B2B-Funktionalitäten mit B2C-Frontends kombinieren und liefert ein ansprechenendes Standard-Template mit.
  • Schnellbestell-Funktion und Einkaufs-Listen
    Nutzer können schnell auch große Bestellungen sowie mehrere Bestellungen parallel über Einkaufs-Listen zusammenstellen.
  • Zahlungsbedingungen und Kreditkarten-Verarbeitung
    So wie B2B gerade den Verkauf im Web für sich entdeckt, passiert es nun auch mit den Zahlarten. Bisher wurde online vor allem auf Rechnung gekauft, doch alternative Zahlungsmethoden halten inzwischen Einzug. OroCommerce integriert nativ PayPal, über das alle größeren Kreditkarten-Anbieter eingebunden werden können. Selbstverständlich können die verfügbaren Zahlmethoden für einzelne Kunden eingeschränkt werden.
  • Konfigurierbarer Workflow/Ablauf des Bestellabschlusses
    Nicht zuletzt kann der Checkout für B2C- und B2B-Kunden in OroCommerce unabhängig von einander angepasst bzw. weiter ausgeabut werden. Gängiges Szenario im B2B-Handel ist, dass ein Einkäufer eine Bestellung vorbereitet, die im finalen Schritt von einem Vorgesetzten genehmigt werden muss.

Weitere Funktionen sind bis zur Veröffentlichung von OroCommerce geplant.

Software von den Magento-Gründern

Wenn ein neuer Player am Markt auftritt muss man ein genaues Auge darauf haben, wer dahinter steckt und ob das Produkt vertrauenswürdig ist.

OroCommerce ist ein neues Projekt der Magento-Gründer, welche Magento in den letzten Jahren verlassen haben. Obwohl die technische Basis zwischen Magento und OroCommerce divergiert, hilft es uns die Qualität des Produkts einzuschätzen. Die Grund-Technologien und die Programmiersprachen sind dieselben geblieben, was uns den Einstieg in die Materie vereinfacht.

Dass das Team auf diese immer noch stolz ist zeigt sich daran, dass sie sich auf der OroCommerce-Unternehmens-Website als das Team vorstellen, das Magento erschaffen hat:

OroCommerce is another revolutionary product from the team that knows the blend of Commerce and Customer Management. We were the team that created the Magento ecommerce platform and we are committed to delivering a B2B commerce application that will disrupt the space.

Open Source

Für uns ist Open Source ein wichtiges Thema. Wir setzen auf offene Software wie Magento, TYPO3 und WordPress bei denen wir Zeile für Zeile nachverfolgen können was passiert und diese auch anpassen können. Für OroCommerce ist Open Source Bestandteil der Philosophie.

Community Edition und Enterprise Edition

Im Gegensatz zu anderen Systemen, die sehr hohe Lizenz-Kosten verursachen, kann wie bei Magento mit einer lizenzkostenfreien Community Edition in OroCommerce gestartet werden. Diese soll gegenüber der Enterprise Edition nicht in der Funktionsfähigkeit, sondern in der Skalierbarkeit eingeschränkt sein. Somit kann man als kleines Unternehmen mit dem vollen Funktionsumfang starten und wachsen, um mit steigendem Erfolg und Datenvolumen die Skalierungs- und Performance-Features der kostenpflichtigen Enterprise Edition zu nutzen.

Stabile Version geplant für Ende 2016

Sie sind gespannt und möchten sofort los starten? Wir auch!

Allerdings müssen wir alle uns noch etwas gedulden, denn die erste stabile Version von OroCommerce ist erst für Ende diesen Jahres geplant. Natürlich kann bereits vorher mit der Evaluation gestartet werden, ebenso mit Umsetzungen wobei man sich Early-Adopter-Status unter Umständen mit Mehrkosten in der Umsetzung erkauft, weil das Projekt noch nicht die Stabilität eines finalen Produkts genießt. Falls Sie mit uns gemeinsam auf Erkundungstour gehen möchten freuen wir uns über eine Nachricht von Ihnen.

Wir werden OroCommerce jedenfalls im Auge behalten und hoffen auf eine weitere gute Option für B2B-Händler.

 

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Matthias Zeis

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